eine Leidenschaft
...die Leiden schafft

Schwalbe Tour Transalp

Mein Teampartner Hans Miggenrieder und ich stellten uns nach 2009 bereits zum zweiten Mal als "Scott-Team Zweiradsport Geyer" der Herausforderung Tour Transalp. Bei unserer ersten Teilnahme hatte Hans gesundheitliche Probleme und in diesem Jahr hat es dann leider mich erwischt.

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Stefan Reich, Hans Miggenrieder, Peter Hoffmann und Peter Schumann

Die ersten beiden Etappen konnten wir noch sehr vielversprechend mit einem 4. und 5. Platz beenden. Danach verließ uns jedoch das Glück. Am dritten Tag unterlief uns ein taktischer Fehler und bei der 4. Etappe von Naturns nach Livigno hatte ich dann einen rabenschwarzen Tag. Mit Magenproblemen - und völlig kraftlos - musste ich mich über das Stilfser Joch und den Passo Foscagno quälen. Hans hat mich den ganzen Tag über unterstützt, dennoch verloren wir bereits bei dieser Etappe einige Minuten und Plätze. In der Nacht wurde ich dann richtig krank und meine schlimmsten Befürchtungen traten leider ein. Am nächsten Morgen bin ich noch zum Start gerollt, hatte jedoch starke Magenschmerzen und litt unter Atemnot. Ich wollte zwar meinen Teampartner nicht im Stich lassen, musste aber meinem Körper Tribut zollen und aufgeben. Noch am selben Tag fuhr ich mit Peter Hoffmann wieder nach Hause. Am Freitag ging ich dann sofort zum Arzt. Dieser hat bei mir eine akute Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut) diagnostiziert und mich deshalb krankgeschrieben.

Was mir positiv in Erinnerung bleiben wird, sind die beiden sehr starken Etappen zu Beginn der Schwalbe Tour Transalp. Was sich jedoch für allezeit negativ in mein Gedächtnis gebrannt hat, ist die 4. Etappe nach Livigno. Das war sicherlich - nach meinem schweren Radunfall - der zweitschlimmste Tag, den ich als Radfahrer bislang erleben musste.

Gesamtergebnisliste (DNF)
Gazzetta - Vorbericht (www.tourtransalp.de)


Etappe 1: Sonntag, 26.06.2011
Sonthofen - Imst

Am Sonntag fiel bei strahlendem Sonnenschein in Sonthofen der Startschuss zu unserer zweiten Transalp-Teilnahme. Wir waren beide gesund und konnten überraschend mit der Spitzengruppe das Oberjoch erreichen. Danach verlief das Rennen bis zum Hahntennjoch relativ unspektakulär, aber dann ging es zur Sache. Wie erwartet sind uns bereits im unteren Teil viele Fahrer sehr schnell davon gefahren. Wir haben uns jedoch nicht anstecken lassen und sind gleichmäßig und konstant unsere Geschwindigkeit gefahren. In der Mitte konnten wir dann wieder zu einer Gruppe aufschließen und im oberen Teil kam dann unsere Zeit. Wir konnten das ein oder andere Team überholen und unsere Geschwindigkeit bis zur Passhöhe halten. Bei der folgenden Abfahrt wurden wir leider noch von einem Team überholt, konnten jedoch im flacheren Teil wieder aufschließen. Am Ende fehlten dennoch drei Zehntel Sekunden auf dieses Team und das "Stockerl". Hätte uns jedoch vor dem Rennen jemand den 4. Platz angeboten, hätte ich sofort unterschrieben.

Leistungs- & GPS-Daten (118 KM | 2.224 HM)
Ergebnisliste (Etappe: Platz 4 | Gesamtwertung: Platz 4)
Gazzetta (www.tourtransalp.de)
offizielles Viedeo (YouTube)

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Der Aufstieg zum Hahntennjoch


Etappe 2: Montag, 27.06.2011
Imst - Ischgl

Diese Etappe kannten wir noch aus dem Jahr 2009 und so konnten wir uns perfekt darauf einstellen. Am Arlberg mussten wir die Spitze noch ziehen lassen, konnten den Rückstand jedoch während der Abfahrt wieder zufahren. Danach ging es in einer sehr großen Gruppe in Richtung Silvretta Hochalpenstraße. Am Anstieg zur Bielerhöhe versorgten wir uns nochmals mit Wasser, danach machten wir alles gleich wie am Tag zuvor am Hahntennjoch. Erneut ging die Taktik auf und wir erreichten als Fünfte der Herrenwertung das Ziel in Ischgl.

Leistungs- & GPS-Daten (146 KM | 2.645 HM)
Ergebnisliste (Etappe: Platz 5 | Gesamtwertung: Platz 4)
Gazzetta (www.tourtransalp.de)
offizielles Viedeo (YouTube)

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Auf dem Weg zur Bielerhöhe

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Im Hintergrund sieht man noch den Stausee


Etappe 3: Dienstag, 28.06.2011
Ischgl - Naturns

Nach einer erholsamen Nacht im Hotel Dorf-Schmiede (bestes Hotel aller Transalp-Übernachtungen), ging es in Ischgl an den Start. Am ersten Anstieg des Tages nach Tobadill unterlief uns leider ein Taktikfehler. Die Spitze forcierte das Tempo und wir waren zu weit hinten, um zu reagieren. So mussten wir leider das Inntal und den Rest des Tages in einer hinteren Gruppe fahren. Hier waren einige nicht willig, und viele nicht fähig, um sich an der Führungsarbeit zu beteiligen. So mussten wir den ganzen Tag am Limit fahren, um den Abstand so gering wie möglich zu halten. Es kostete jedenfalls sehr viele Körner und im Ziel war ich dann völlig erschöpft und ausgetrocknet. Trotz des erheblichen Einsatzes haben wir einige Minuten auf unsere direkten Konkurrenten verloren. In der Gesamtwertung rutschten wir leider von Platz 4 auf Platz 6.

Leistungs- & GPS-Daten (158 KM | 2.259 HM)
Ergebnisliste (Etappe: Platz 10 | Gesamtwertung: Platz 6)
Gazzetta (www.tourtransalp.de)
offizielles Viedeo (YouTube)

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Bei der Hitze musste ich das Trikot weit aufmachen :-)

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Gruppenarbeit

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Im Hintergrund: Matthias Dichtel



Etappe 4: Mittwoch, 29.06.2011
Naturns - Livigno

Beim Start in Naturns wusste ich noch nicht, was mich an diesem Tag erwarten sollte. Bereits nach den ersten Höhenmetern am Stilfser Joch war mir das Tempo der Gruppe zu hoch. Ich wollte es mir jedoch noch nicht eingestehen und hoffte auf Besserung. Leider blieb der Effekt der Vortage aus und ich wurde im Verlauf des Anstieges nicht stärker - im Gegenteil! Ich rettete mich mit den letzten Körnern zur ersten Labe nach Trafoi und musste nach dem Füllen der Flaschen einen Gang zurück schalten. Zu diesem Zeitpunkte hatte ich jedoch bereits Magenprobleme und meine Beinmuskulatur fühlte sich an wie Götterspeiße. Ich wurde dann während des gesamten Aufstiegs von Hans unterstützt, fuhr jedoch ca. 3 km/h langsamer als sonst am Stilfser Joch. Die pure Willenskraft und der Teamgedanke brachten mich irgendwie doch auf die Passhöhe. In der Abfahrt konnten wir ein paar Positionen gut machen und fuhren dann zur zweiten Labe, wo wir nochmals unsere Flaschen auffüllten. Die rund 1.000 Höhenmeter auf den Passo Foscagno waren dann einfach nur noch die Hölle. Ich wollte eigentlich anhalten und einfach auf die Straße liegen. Hans hielt mich zum Glück davon ab und schob mich immer wieder an, damit ich nicht noch langsamer wurde. Als wir auch diesen Pass hinter uns gebracht hatten, galt es (nur) noch die ca. 200 Höhenmeter auf den Passo d'Eira zu schaffen. Diese paar Höhenmeter haben mir dann noch den Rest gegeben. Auf dem letzten Teilabschnitt hab ich mich an der Rückentasche von Hans eingehängt. In Livigno war dann endgültig "Game Over". Leider wurde es in den nächsten Stunden nicht besser, sondern noch schlimmer. Am nächsten Tag war für mich und leider auch Hans die Schwalbe Tour Transalp 2011 dann endgültig zu Ende :-(

Leistungs- & GPS-Daten (117 KM | 3.388 HM)
Ergebnisliste (Etappe: Platz 11 | Gesamtwertung: Platz 8)
Gazzetta (www.tourtransalp.de)
offizielles Viedeo (YouTube)

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Auf den letzten Metern zum Stilfser Joch


Etappe 5: Donnerstag, 30.06.2011
Livigno - Ponte di Legno

Pressemitteilung des Veranstalters: Bei bedecktem Himmel startete heute die fünfte Etappe der Schwalbe-TOUR-Transalp powered by Sigma. Von Livigno galt es 111,57 Kilometer und 2.748 Höhenmeter bis nach Ponte di Legno zu bewältigen. Auf den Spuren des Giro d' Italia führte die Route über den berüchtigten Mortirolo, einem Pass mit bis zu 18 Prozent Steigung. Auf dem ersten Teilstück wurde das internationale Teilnehmerfeld aus 29 Nationen von der deutschen Eisschnelllauf-Nationalmannschaft begleitet, die derzeit zum Höhentraining in Livigno gastieren. Unter ihnen Weltmeisterin und Weltrekordlerin Jenny Wolf. Die Silber-medaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Vancouver über 500 Meter, gilt auf dem Eis als "schnellste Frau der Welt"...

Ergebnisliste (DNS)
Gazzetta (www.tourtransalp.de)
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Etappe 6: Freitag, 01.07.2011
Ponte di Legno - Kaltern

Pressemitteilung des Veranstalters: Optimale Bedingungen herrschten heute auf der sechsten Etappe der Schwalbe-TOUR-Transalp powered by Sigma. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen startete das Peloton vor schneebedeckten Gipfeln auf die diesjährige Königsetappe. Nach zwei schweren Etappen im Vorwege folgte heute erneut ein Härtetest für die Teilnehmer: Über 140,77 Kilometer und 3.092 Höhenmeter galt es den Passo Tonale, das Brezer Joch, den Gampenpass und zuletzt den Missian zu bewältigen...

Ergebnisliste (DNS)
Gazzetta (www.tourtransalp.de)
offizielles Viedeo (YouTube)


Etappe 7: Samstag, 02.07.2011
Kaltern - Arco

Pressemitteilung des Veranstalters: Bei strahlendem Sonnenschein fiel heute in Arco der Startschuss zur Schluss-Etappe der neunten Schwalbe-TOUR-Transalp powered by Sigma. Nach der gestrigen Königsetappe stand den 1.200 Teilnehmern aus 29 Nationen die letzte Herausforderung bevor. Durch die Weingärten von Kaltern führte die Strecke über den Mendelpass mit einem serpentinenreichen Anstieg. Nach langer Abfahrt in das Val di Non ging es anschließend hinauf nach Andalo. Auf den letzten Kilometern vor dem Ziel galt es nur noch den dritten Pass zu bewältigen, den Passo del Balino mit einem wunderschönen Ausblick über den Gardasee...

Ergebnisliste (DNS)
Gazzetta (www.tourtransalp.de)
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