eine Leidenschaft
...die Leiden schafft

6. Platz - kurze Strecke

Die Vorzeichen für das zweite Alpencup-Rennen waren nicht sonderlich vielversprechend. Zum Einen war ich noch nicht richtig gesund und meine Magenprobleme waren gerade erst dabei abzuklingen und zum Anderen war ich noch nicht komplett regeneriert von der Schwalbe Tour Transalp. Ein drittes Problem bestand darin, dass ich bei der Anreise nach Zernez mein Arbeitsgerät noch gar nicht dabei hatte. So ging es am Samstagnachmittag erstmal nach Livigno. Hier musste ich vor gut einer Woche, nach meiner Tour-Transalp-Aufgabe, mein geliebtes Scott Addict im Hotel Rin da Rin stehen lassen. Glücklich nahm ich mein Rennrad wieder in Empfang und unglücklich bezahlte ich 24 EUR Wegzoll für die zwei Tunneldurchfahrten.

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Archivfoto

Das Rennen verlief dann wie erwartet bzw. befürchtet. Mein Magen machte mir keine großen Probleme mehr, dennoch fehlte mir die letzte Frische am Berg. So verlor ich bereits am Ofenpass einige Meter auf die Spitze, welche ich dann bis Livigno fast im Alleingang wieder zufahren musste. Danach verlor ich wieder einige Meter am Forcola di Livigno und am Berninapass. Zum Glück gelang es mir und meiner Gruppe jedes Mal wieder die Lücke zu schließen. So fuhr ich dann das Flachstück zurück nach Zernez in der ersten großen Gruppe der Langstreckenfahrer. Es waren lediglich ein paar Kurzstreckenfahrer, Felix Spensberger und Johannes Berndl vorne weg. Während diesen Kilometern nach Zernez beschloss ich dann spontan, nur die kurze Strecke zu fahren. Ich war einfach noch nicht ganz fit und es war auch fraglich, ob ich ernsthaft meinen 2. Alpencupplatz hätte verteidigen können. Außerdem will ich ja bereits dieses Wochenende schon wieder an einem 24-Stunden-Rennen (5er-Team) teilnehmen. Nach einem Totalabschuss auf der langen Strecke, hätte sicher mein Körper die ganze Woche benötigt um wieder halbwegs zu regenerieren. Da ich bekanntlich schon einen Teamwettbewerb habe abbrechen müssen, wollte ich meine vier Teampartner beim 24-Stunden-Rennen in Kelheim nicht auch noch enttäuschen. So schien es vernünftig, auf die Schmerzen der langen Strecke zu verzichten.

Einige Kurzstreckenfahrer waren ja bereits vor uns, dennoch habe ich mich kurz vor Zernez für den Sprint in eine gute Position gebracht. Ich hab den Zielsprint meiner Gruppe ca. 400 Meter vor dem Ziel selber angezogen und dann auch gewonnen. Es waren jedoch bereits fünf Kurzstreckenfahrer im Ziel, welche sich am Berninapass bereits abgesetzt hatten. So blieb als "Trostpreis" ein 6. Platz auf der kurzen Strecke.

Positiv ist jedoch, dass ich somit nur ca. 2 ½ Stunden und nie am Anschlag gefahren bin. Das machte sich bereits gestern Abend bei einer Trainingsrunde bemerkbar. Auf meiner kurzen Runde über Aitrach und Bad Wurzach habe ich spontan meine persönliche Bestzeit verbessert. Jetzt freue ich mich auf mein erstes 24-Stunden-Rennen in Kelheim.

Pat fuhr auf der langen Strecke ein bärenstarkes Rennen. Ich unterhielt mich gerade im Zielbereich mit Matthias Dichtel, als plötzlich Pat nach gerade mal 7 Stunden und 15 Minuten die Ziellinie überquerte. Das brachte ihm auf der langen Strecke einen hervorragenden 73. Platz und meinen Respekt ein.

Leistungsdaten & Streckenprofil
Ergebnisliste (Platz 6 | 02:37:22 h)